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SPD Bonn

Meldungen 30.03.2026

Bonn setzt starkes Zeichen gegen sexualisierte Gewalt

von Jonas Jordan
Beisitzer

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Rund 1.000 Menschen haben sich am Sonntagnachmittag auf dem Bonner Marktplatz versammelt. Sie sind laut, weil sie genug haben und ein Zeichen gegen sexualisierte Gewalt setzen wollen. Auslöser dafür ist die digitale sexuelle Gewalt, die die Schauspielerin Collien Fernandes seitens ihres Ex-Mannes erlebt haben soll.

Die prominente Berichterstattung darüber wirft ein Schlaglicht auf das, was für Millionen Frauen in Deutschland Alltag ist. Mehr als jede zweite Frau hat demnach bereits in ihrem Leben sexualisierte Gewalt erlebt. Jede fünfte Frau hat allein in den vergangenen fünf Jahren digitale Gewalt erfahren. Die Wut darüber bricht sich aktuell in dutzenden Städten mit Demonstrationen Bahn. Dass auch in Bonn an diesem Tag hunderte Frauen und auch Männer die Gelegenheit dazu haben, liegt vor allem an Lisa Glaremin.

Mehr als jede zweite Frau hat bereits in ihrem Leben sexualisierte Gewalt erlebt. Jede fünfte Frau hat allein in den vergangenen fünf Jahren digitale Gewalt erfahren.

Die SPD-Vorsitzende nahm am Donnerstagmorgen Kontakt mit Elisabeth Stanzl, ihrem Pendant bei den Grünen auf, verbunden mit der Anfrage, ob sie nicht gemeinsam eine Demo organisieren wollen. Heraus kam ein überparteilicher Aufruf zur Demo, dem sich neben SPD und Grünen auch CDU und Volt anschlossen. „Egal, welche Partei es ist, wir können uns in der Sache zusammenfinden“, sagt Glaremin entsprechend am Sonntagnachmittag auf der Bühne vor dem Alten Rathaus.

Sie habe in dieser Woche eine große Solidarität unter Frauen gespürt, betont die SPD-Vorsitzende und richtet sich an die Demonstrierenden: „Danke, dass so viele da sind und ein Zeichen setzen! Wir sind gemeinsam laut und gemeinsam wütend.“ Glaremin dankt auch Collien Fernandes für ihren Mut, die sexualisierte Gewalt, die sie erlebt habe, offenzulegen. Sie erwarte, dass auch Männer die brutale Realität sexualisierter Gewalt erkennen und die Strukturen dahinter verstehen, fordert die Sozialdemokratin.

Ihr Co-Vorsitzender Leon Schwarze schließt sich der Forderung an. „Wir Männer können das besser“, sagt er und fährt fort: „Wenn wir Frauen zuhören würden, gäbe es keinen Grund, überrascht zu sein über die Gewalt, die Frauen digital und analog jeden Tag erleben.“ Männer müssten besser werden, zuhören und vor allem Konsequenzen gegenüber Tätern zu zeigen, meint Schwarze daher. „Wir müssen auch unser eigenes Verhalten hinterfragen“, ist er überzeugt.

„Nicht nur die Scham und die Wut müssen die Seite wechseln. Es ist vor allem die Verantwortung.“

Glaremin kritisiert, dass aktuell die Strukturen viel zu oft die Täter und viel zu selten die Opfer schützten. Die SPD-Vorsitzende fordert daher strukturelle Konsequenzen wie beispielsweise einen besseren Gewaltschutz. „Und verdammt noch mal, nur Ja heißt Ja“, betont sie und fügt mit Blick auf ein inzwischen berühmt gewordenes Zitat der Französin Gisèle Pelicot an: „Nicht nur die Scham und die Wut müssen die Seite wechseln. Es ist vor allem die Verantwortung.“

Doch Wut hat offenbar viele motiviert, an diesem sonnigen Tag zur Demo auf den Marktplatz zu kommen. Es sind Schilder mit Aufschriften wie „Omas gegen Arschlöcher“ oder „Wir sind wütend“ zu sehen. Die Grünen-Vorsitzende Elisabeth Stanzl fordert denn auch zum Abschluss der Kundgebung: „Lasst uns aus der Wut was Größeres machen! Kämpft weiter!“ Für Glaremin bleibt von diesem Tag in jedem Fall eine positive Botschaft: „Es ist gut, dass sowohl Politik als auch Zivilgesellschaft auf das Thema schauen. Nur gemeinsam können wir was verändern.“

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